Warum bekommen Pferde eigentlich Frühstück, Mittag- und Abendessen?
Feste Fütterungszeiten sind nicht nur arbeitswirtschaftlich praktisch. Sie spiegeln auch unsere Neigung wider, menschliche Gewohnheiten auf Pferde zu übertragen.
Dabei ist das Pferd ein Dauerfuttersucher. Sein Verdauungssystem ist auf die stetige Aufnahme kleiner Mengen rohfaserreichen Futters über viele Stunden ausgelegt – nicht auf drei Gaben täglich. Auch braucht das Pferd ausreichend Kauschläge für a) die Sättigung bzw. die Zufriedenheit und b) zur Generierung von Speichel zum Abpuffern der Magensäure.
Aber bedeutet das, dass Heu rund um die Uhr unbegrenzt zur Verfügung stehen sollte?
Nicht unbedingt! Gerade bei leichtfuttrigen Pferden, die wenig arbeiten, kann eine Ad-libitum-Fütterung zu einer überhöhten Energieaufnahme führen.
Und Übergewicht ist keineswegs harmlos: Es erhöht unter anderem das Risiko für Stoffwechselstörungen und Hufrehe und belastet den Bewegungsapparat.
Die Waage hat immer zwei Schalen: Auf der einen Seite steht die Energieaufnahme durch das Futter, auf der anderen der Energieverbrauch durch Bewegung und Arbeit. Beides muss zusammenpassen!
Als Orientierung gelten etwa 1,5–2 kg Heu je 100 kg Körpergewicht täglich, abhängig von Heuqualität, Körperzustand und individuellem Bedarf. Lange Fresspausen sollten dabei vermieden werden.
Auch Kraftfutter ist für viele Freizeitpferde nicht erforderlich. Erst bei entsprechendem Energiebedarf, beispielsweise durch mittlere oder schwere Arbeit, kann eine Ergänzung sinnvoll sein.
Die Herausforderung besteht also darin, möglichst lange Fresszeiten mit einer bedarfsgerechten Nährstoffversorgung zu verbinden – ohne das Pferd mit Energie zu überversorgen.
Denn pferdegerechte Fütterung orientiert sich nicht an unserem Speiseplan, sondern an der Biologie des Pferdes.
Und jetzt interessiert uns deine Meinung: Was ist in der Praxis schwieriger umzusetzen – lange Fresszeiten ohne Überversorgung oder ausreichend Bewegung für unsere Freizeitpferde?
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So ein großer Verband. Gute Reise!!!
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Es ist ein besonderes Gefühl, wenn wir im Sattel sitzen und für einen Moment erleben dürfen, wie schnell, kraftvoll und dennoch leicht sich ein Pferd bewegen kann.
Dieses Gefühl wird gerne mit dem Gefühl des Fliegens verglichen.
Ein herrliches Gefühl und dennoch muss klar sein, es bleibt immer die Kraft und die Bewegung eines anderen Lebewesens, die uns diesen Moment erleben lässt.
Genau darin liegt ein Stück Demut.
Denn ohne sein Pferd wäre der Reiter nicht der, der er im Sattel sein kann. Ein Pferd hingegen bleibt auch ohne Reiter ein Pferd. Es bleibt ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen, Erfahrungen, Fähigkeiten und Grenzen.
Diese Erkenntnis bringt Verantwortung mit sich.
Wer sich die Kraft eines Pferdes leiht, sollte auch verstehen, was das Pferd braucht und welche Verantwortung damit verbunden ist. Dafür bedarf es nicht nur Gefühl und Erfahrung, sondern auch Wissen, das stetig wachsen darf.
Neue Erkenntnisse kommen hinzu, Erfahrungen verändern unseren Blick und manchmal stellen wir Dinge infrage, von denen wir lange überzeugt waren. Genau deshalb gehört für uns auch die Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterbildung zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Pferden.
Denn Wissen ist Verantwortung.
Ein guter Pferdemensch zu sein bedeutet, immer besser mit dem Pferd zu werden und gleichzeitig immer besser zu verstehen, was dieses Pferd braucht, das uns seine Kraft leiht.
Kommt gut in die neue Woche. 🤎
Eure Kölner Pferde-Akademie
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