Liebe Sabine,
endlich hier meine Story:
Ich hatte ja 2021 meine Ausbildung bei Euch gemacht und war zu dem Zeitpunkt Präsidentin im Frankfurter Reit- und Fahrclub. Eure Ausbildung hat mir tatsächlich einen anderen Weg mit den Pferden gezeigt, den ich leider in Frankfurt nicht umsetzen konnte, weil einfach die Strukturen anders waren und der Club nicht darauf ausgelegt war..
Ich hatte damals schon nebenbei in D nach einem Hof gesucht, aber zu dem Zeitpunkt war es einfach alles zu teuer – ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung wie es momentan aussieht, aber ich habe mich ja für Spanien entschieden.
Zu dem Zeitpunkt geriet ein Hof in der Nähe von Kaiserslautern in meinen näheren Fokus, der zum Glück von jemand anderem gekauft wurde.
Als ich auf die Idee kam, zurück nach Spanien zu gehen (ich hatte 2009/10 auf den Kanaren gearbeitet und die spanische Kultur etc. lieben gelernt), gab es so einiges an Auswahl und von Weitem und auf Fotos sieht ja meistens alles schön aus.
Ich fand die Finca, auf der ich jetzt alles aufbaue, auch im Internet und machte mich mit einem Freund aus Spanien auf zur Besichtigung im Spätsommer 2021. Kriterien waren: Viel Land, keine Nachbarn, max. 1 Stunde zum Meer, Wasser auf dem Grundstück.
Schlussendlich verliebte ich mich in dieses wunderbare Stück Land in den Bergen des Iberischen Systems (Mitte zwischen Valencia und Barcelona), terrassiert mit einer Ruine, passte ins Budget, überlegte ich hin und her, ob ich das wagen soll.
Nach 5 Monaten sagte ich ja und unterschrieb. Und da war ich. Ein Pferd in Deutschland, meinen Job in Deutschland und eine Finca in Spanien.
Also, Job kündigen irgendwann, Pferd herholen – naja, da musste ja noch ein Freund fürs Pferd her, also kaufte ich eine ausgemusterte Stute aus Köln Dünnwald, die beiden hierher nach Spanien und schon begann die Arbeit. Ich im Zelt 10 Monate, die Pferde fleißig die Finca freigrasend. Ich brauchte den Reset.
Mittlerweile habe ich die Scheune ausgebaut, in der ich wohne, Zäune gesetzt, Unterstände gebaut, Sattel/Futterkammer ausgebaut, einen Roundpen und 7 Pferde (ein Verkaufspferd, 3 Zuchtstuten und zwei Hengstfohlen und meinen Wallach, der Schuld an all dem hier ist). Das erste Fohlen, das hier geboren wird, kommt in ca. 6 Wochen. Ich habe 60 ha Land, zudem noch alte Olivenhaine von den Nachbarn übernommen, wo die Pferde rotationsmäßig die Verbuschung verhindern und für Brandschutz sorgen und daraus wunderbares Olivenöl dann entsteht. Das heißt, wirklich extensive Haltung. Durch den Boden hier sind die Hufe von allen Pferden super geworden und ich muss sie gar nicht so oft bearbeiten. Meine Tierärztin kommt eigentlich nur zur Besamung und ansonsten (habe ich Glück??) ist diese Haltungform meiner Meinung nach die gesündere für meine Pferde.
Die Hengstfohlen habe ich im letzten Jahr dazu gekauft, (ich habe nur deutsche Pferde) – sie sind jetzt ca 1 Jahr alt und sind fast wie Bergziegen – sie werden wohl die trittsichersten Pferde überhaupt.
Ich habe viel gelernt in den letzten Jahren, auch, dass deutsche Pferde einfach nicht ohne Mineralien auskommen, denn die Wiesen sind hier sehr karg. Die Unterschiede zu den PREs sind Wahnsinn.
Und wie Du weißt, baue ich mir mit all dem auch noch ein kleines Transportunternehmen auf, da ich regelmäßig meine Mutter und Freunde in D besuche und dann gleich deutsche Pferde mitbringen kann, die ich hier dann verkaufe oder für Kunden fahre.
Die KPA hat sehr viel dazu beigetragen, dass ich mich für dieses Modell entschieden habe und es ist der richtige Weg gewesen, auch für die Pferde, die jetzt bei mir sind.
Ganz lieben Gruß aus España
Christina
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